Klassensprecher: Bewerbungsrede

Wie bereitet man am besten eine Rede vor, wenn man Klassensprecher werden will?

In allen Klassen wird zu Beginn eines Schuljahres ein Klassensprecher bzw. eine Klassensprecherein gewählt. Je nachdem, wie die Atmosphäre in der Klasse ist, ist das eine relativ einfache Sache – manchmal hat man das Glück, dass ein guter Klassensprecher auch einfach bereit ist weiterzumachen.

Es kann aber auch sein, dass die Klasse entweder mit der bisherigen Situation unzufrieden ist oder einfach jemand für die Klasse etwas erreichen möchte.

Dazu im Folgenden ein paar Beispiele mit Kommentar.

Anregung:
Und was den Deutschunterricht angeht, da ist es eine schöne Rhetorik-Übung, sich mal in eine solche Situation zu versetzen und eine entsprechende Bewerbungsrede vorzubereiten – das geht auch gut in einer Gruppe. Da kann man schön Dinge sammeln und dann schon mal vorab optimieren.

Die Grundfragen, die man erst mal klären sollte

Hier gibt es natürlich keine allgemeine Regel. Vieles hängt von der konkreten Situation ab.

    1. Wie ist meine Position in der Klasse?
    2. Was finden die Leute an mir gut?
    3. Wo gibt es eventuell in der Klasse Probleme?
    4.  Das könnte man versuchen, in dieser Klasse zu verbessern?

Sammlung von Punkten und Gliederung

  1. Dann fängt man an, alles zusammen, was einem zu diesen Fragen und anderen einfällt.
  2. In einem nächsten Schritt kann man das denn etwas ordnen:
    Eine mögliche Reihenfolge wäre:

    1. Ein guter Einstieg, der die Zuhörer positiv für dich und dein Anliegen einnimmt;
      Kleiner Tipp: Solche schwierigen Punkte, bei denen es vor allen Dingen auch um Kreativität geht, sollte man auf den Schluss verschieben. Natürlich kann man sich zwischendurch schon mal notieren, wenn einem etwas Gutes einfällt.
    2. In einem zweiten Schritt oder besser in einem zweiten und dritten Schritt geht man dann auf die
      1. eigenen Motive ein
      2. und verbinde das möglichst auch mit den Zielen, die man anstrebt.
        Wie man hier die Reihenfolge gewählt, ist letztlich egal, wichtig ist nur, dass man beides verknüpft.
    3. Am Ende wäre es gut, wenn man alles was für einen und die eigenen Ziele spricht, noch mal in ganz wenigen, möglichst nur drei Punkten zusammenfasst, das bleibt so besser im Gedächtnis, wenn es nachher um die Abstimmung geht.
    4. Ganz zum Schluss kann man sich dann noch ein kleines Highlight gönnen, wenn einem was einfällt. Gerne wird versucht, den Ausgangspunkt mit diesem Endpunkt zu verbinden, man bekommt dann so eine Art gedankliche Brücke, die alles, was man sagt hat, zusammenhält.

Beispiele

  1. Beispiel:
    1. „In der letzten Zeit ist ja häufiger der Wunsch geäußert worden, mal wieder als Klasse gemeinsam was zu unternehmen. Ich finde das auch sehr gut und hätte da ein paar Ideen, die ich als Klassensprecher mit euch zusammen verwirklichen könnte.
    2. Zum Beispiel kenne ich ziemlich gut den Betreiber eines Klettergartens (das kann beliebig durch etwas anderes ersetzt werden) und ich denke, wir könnten da schön etwas planen.
      • Das Problem bei diesem Einstieg ist, dass man für so eine Organisation nicht unbedingt den Klassensprecher braucht, der hat eigentlich andere Aufgaben.
      • Dementsprechend wäre es besser, wenn man darauf eingeht, dass zum einen das Erfassen der Wünsche der Klasse besonders wichtig ist und zum anderen der entsprechende Kontakt zu dem Klassenlehrer.
        Wenn man da einigermaßen überzeugend was anbieten kann, dann hat man schon mal eine gute Ausgangsposition. Man merkt auch hier wieder, wie alles davon abhängt, in welcher Situation die Klasse ist und wie man selbst drauf ist.
    3. Ein entsprechender Einstieg könnte etwa so aussehen:
      1. Vielleicht geht es euch so wie mir, ich habe mir nie so richtig Gedanken gemacht, was für Aufgaben ein Klassensprecher hat oder haben könnte und wie er sie am besten löst.
      2. Jetzt hat mir letztens jemand erzählt, dass es in einer anderen Schule ziemliche Konflikte mit dem Lehrer gegeben hat
      3. und die Klasse hätte das Glück gehabt, einen Klassensprecher zu haben, der da wirklich gut vermittelt hat.
      4. Wir haben jetzt hier glücklicherweise nicht solche großen Probleme zwischen Lehrer und Klasse,
      5. aber dennoch ist es gut, wenn man jemanden hat, der sich darum kümmern würde.
      6. Ich war letztens zusammen mit meinem Vater in einem Vortrag, wie man in der Firma eine gute Betriebsatmosphäre herstellt und das würde ich ganz gerne mal als Klassensprecher ausprobieren,
      7. wenn ihr Lust drauf habt. Denn natürlich brauche ich dabei eure Hilfe.
  2. Andere mögliche Beispiele könnten sein:
    1. Da gibt es zum Beispiel einen, der von von vornherein anfängt, den Vorgänger zu kritisieren, was durchaus den gegenteiligen Effekt haben könnte.
    2. Oder ein anderer verspricht das Blaue vom Himmel herunter, was auch nicht gut ankommt.

Zusammenfassung: Worauf es ankommt

  1. Insgesamt kommt es also vor allem auf die folgenden Punkte an:
    1. Zum einen sollte man sich selbst als jemanden darstellen, der etwas Positives vorhat und auch entsprechende Voraussetzungen hat.
    2. Das zweite ist dann, dass man möglichst die Klasse mit einbezieht.
      • Denn sie möchte verständlicherweise nicht beherrscht werden, sondern jemanden, der auf sie und ihre Interessen hört und es dann versucht mit ihnen zusammen umzusetzen.
      • Natürlich ist es immer gut, wenn man zumindest andeutet, dass man selbst natürlich die unangenehmen Arbeiten erst mal übernehmen wird.
      • Zum Beispiel die Planung einer Klassenfete oder die Überlegungen zu einem Wandertag oder einer Klassenfahrt. Da sollte man aber von früh deutlich machen, dass man sich darum kümmert, aber natürlich dann die einzelnen Jobs delegiert, also an andere weiterreicht.