Tipps und Hilfen zur Grammatik

Grammatik kann auch schön sein …

Viele Schüler empfinden Grammatik als langweilig oder extrem schwierig.

Das gilt aber auch für viele andere Dinge, wenn man sich ihnen falsch nähert.

Zumindest glauben wir, dass Grammatik auch Spaß machen kann.

Beispiel 1: Warum man „Ohren“ nicht einfach verschieben kann 😉

Wir zeigen das zum Beispiel, warum man in dem Satz

„Der Hund mit den weißen Ohren bellt den ganzen Tag.“

alles Mögliche umstellen kann.

Aber man kann nicht sagen:

„Der Hund bellt mit den weißen Ohren den ganzen Tag.“

Näheres dazu findet sich hier.

Von dem schönen Gefühl, ein Fachmann zu sein …

Und wenn man so was verstehen will – dann braucht man ein bisschen Wissen und Verständnis.

Das ist wie zum Beispiel beim Fußball: Wer nicht weiß, warum der Schiedsrichter pfeift („Abseitsregel“), der wird sich für die Aktion auch nicht interessieren. Andere aber diskutieren darüber stundenlang.

Und so kann man auch darüber diskutieren, ob:

„Mama bedankt sich am nächsten Morgen bei Papa für die wunderbaren Blumen.“

Ob „bei Papa“ eine adverbiale Bestimmung des Ortes ist oder ein präpositionales Objekt.

Näheres dazu findet man hier.

Streiten kann auch Spaß machen – wenn es sachlich bleibt …

Übrigens: Darüber streiten sich sogar Deutschlehrer – und da macht man dann gerne mit – oder?

Und mit unseren Tipps hier hat man auch die „Kenne“ dafür (sorry: „Kenntnisse“) 😉

 

Weiterführende Hinweise

Attribute – wie erkennt man sie im Satz?

Im Folgenden wollen wir einfach mal kurz erklären,

  • was Attribute sind
  • warum sie keine Satzglieder sind
  • wie man sie erkennen kann
  • welche Arten es gibt.

Und das machen wir immer möglichst konsequent – am besten in 10 Punkten. Das kann man sich gut merken.

  1. Sätze bestehen aus Satzgliedern.
  2. Das sind Wörter oder Wortgruppen, die nur geschlossen um das Prädikat gestellt werden können.
  3. Das Prädikat ist ein Verb, das nicht im Infinitiv, in der Grundform verwendet wird, sondern im Hinblick auf das Subjekt eine bestimmte Form hat.
  4. Der Hund bellt laut.
  5. bellen = Infinitiv
  6. „bellt“ = die Form, die zum Subjekt „Hund“ passt.
  7. Man kann auch sagen: „Laut bellt der Hund“. Dann hat man „Laut“ und „der Hund“ um das Prädikat herumgestellt.
  8. Attribute sind nun genauere Bestimmungen von Substantiven, haben also mit dem Satzbau gar nichts zu tun.
  9. Zum Beispiel: „Der Hund mit den weißen Ohren bellt“.
    1. „mit den weißen Ohren“ ist ein Attribut, man nennt es „präpositionales Attribut“, weil es mit einer Präposition beginnt.
    2. Und jetzt kommt das Schönste:
    3. „Mit den weißen Ohren“ kann man nicht ohne den Hund umstellen:
    4. „Der Hund bellt mit den weißen Ohren“
    5. Das ist ein wunderschöner Satz, aber er zeigt, dass diese weißen Ohren sich nicht alleine umstellen lassen, also auch kein Satzglied sind. Sie sind eine „Beifügung“ zum Hund und müssen immer dicht an ihm dranbleiben.
  10. Andere Attribute:
    1. „Der schöne Hund“ = Adjektivattribut
    2. „Der Hund des Nachbarn“ = Genitivattribut

Weiterführende Hinweise

  • Weitere Infos und Hilfen zur Grammatik finden sich hier.
  • Ein alphabetisches Gesamtverzeichnis unserer Infos und Materialien gibt es hier.
  • Eine Übersicht über unsere Videos auf Youtube gibt es hier.

Satzwertiger Infinitiv – was ist das denn?

Was ist ein Infinitiv?

Ein Infinitiv ist die Grundform des Verbs, zum Beispiel „lernen“.

Man kann auch sagen, das Verb wird in dieser Form wird noch nicht genauer bestimmt im Hinblick auf eine Person, eine Zahl und eine Zeitform. Zum Beispiel: „sie schreiben“ statt „er schreibt“.

Die erweiterte Form des Infinitivs

Nun gibt es eine erweiterte Form des Infinitivs:
zum Beispiel: Er ging in sein Zimmer, um dort in Ruhe zu lernen.

Das Besondere ist nun, dass dieser „erweiterte“ Infinitiv zugleich „satzwertig“ ist, d.h. er hat den Wert bzw. die Funktion eines Satzes – und zwar eines Nebensatzes.

Beispiel 1: Infinitiv nennt die Absicht

„Er ging in sein Zimmer, damit er dort in Ruhe lernte.“ Das ist nicht so ganz elegant, aber es wird deutlich, dass ein solcher Nebensatz genauso die Absicht ausdrückt wie der mit „um zu“ erweiterte Infinitiv, der deshalb auch als „satzwertig“ bezeichnet werden kann.

Übrigens, wer sich mit der Satzlehre auskennt:
Weil dieser Infinitiv bzw. der Satz, den er ersetzt, eine Absicht angibt, spricht man von einem finalen Nebensatz.

Beispiel 2: Infinitiv nennt Bedingung, Zeit oder das Mittel

Ein anderes Beispiel:

„Den Gegner gar nicht richtig aus seiner Hälfte herauskommen zu lassen, ist im Fußballspiel schon mal eine gute Voraussetzung für den Sieg.“

Man könnte auch sagen:

„Wenn man den Gegner gar nicht richtig aus seiner Hälfte herauskommen lässt, ist das im Fußballspiel schon mal eine gute Voraussetzung für den Sieg.

Für die Experten in der Nebensatzbestimmung:In diesem Fall steckt im Infinitiv sowohl eine Bedingung als auch ein Zeitpunkt als auch ein Mittel. Also kann man sowohl von einem Konditionalsatz, als auch von einem Temporalsatz als auch von einem Instrumentalsatz oder einen Modalsatz sprechen.

Beispiel 3: Infinitiv nennt das Subjekt

Oder:

Seinen Lehrer am Samstag in der Stadt zu treffen, erschreckte den Schüler sehr.

Dass er seinen Lehrer am Samstag in der Stadt traf, erschreckte den Schüler sehr.

Auch hier wieder was für Satz-Experten: In diesem Falle wird das Subjekt durch den Infinitiv bzw. den Nebensatz ersetzt: Wer oder was erschreckte den Schüler? Es ist also ein Subjektsatz.

 

 

Grammatik – kann schön sein, aber auch rätselhaft

Auf dieser Seite stellen wir Fragen zur Grammatik zusammen, die uns erreichen.

Wir finden Grammatik spannend, aber man muss sie auch ein bisschen spielerisch behandeln.

Wir versuchen das auf jeden Fall so zu erklären, dass man ein Aha-Erlebnis hat.

  1. Fall: Wie kann man ein Präpositionales Objekt von einer Umstandsbestimmung unterscheiden?
    Die Antwort findet sich hier:
    https://wvm.schnell-durchblicken3.de/praepositionales-objekt-oder-adverbiale-bestimmung/

Weiterführende Hinweise

 

Satzglieder – wie erkennt man sie?

Satzglieder sind Teile eines Satzes, die nur zusammen um das Prädikat herumgestellt werden können.

„Er geht jeden Tag voller Vorfreude auf den Tag mit seinem Hund zum Bäcker.“

„Geht“ ist hier das Prädikat, weil das Verb nicht im Infinitiv („gehen“) steht, sondern eine Funktion im Satz hat: Er, sie, es geht. Es wird also auf ein Subjekt bezogen.

Jetzt kann man folgende Wortgruppen umstellen:

  1. Ausgangspunkt:
    „Er geht jeden Tag voller Vorfreude auf den Tag mit seinem Hund zum Bäcker.“
  2. Änderung 1: „Jeden Tag“ als Bestimmung der Zeit nach vorne.
    „Jeden Tag geht er voller Vorfreude auf den Tag mit seinem Hund zum Bäcker.“
  3. Änderung 2: „Am Morgen geht er jeden Tag voller Vorfreude mit seinem Hund zum Bäcker.“
  4. Änderung 3: „Mit seinem Hund geht er jeden Tag voller Vorfreude zum Bäcker.“
  5. Änderung 4: „Zum Bäcker geht er jeden Tag voller Vorfreude mit seinem Hund.“

Nicht alle Sätze klingen gleich schön, aber immer steht das Prädikat als Satzglied-Zentrum an zweiter Stelle. Das heißt: Was vor ihm steht an Wörtern muss man auch hinter das Prädikat stellen können. Aber nur ein Satzglied, nicht zwei oder mehr.

Haupt und Nebensatz

Ein Hauptsatz wird allgemein so verstanden, dass er alleine stehen kann.

„Die Leute fingen an mit Heißhunger zu essen.“

Ein Nebensatz dagegen kann in der Regel nicht alleine stehen.

„Nachdem der Speisesaal endlich geöffnet worden war“.

Besser ist es aber, sich die beiden Sätze grammatisch anzuschauen.

„Die Leute fingen mit Heißhunger an zu essen.“

Hier steht das Prädikat „fingen“ an zweiter Stelle. Zwar stehen zwei Wörter davor, aber die bilden eine Gruppe und können auch hinter das Prädikat gestellt werden:

„Mit Heißhunger fingen die Leute an zu essen.“

Bei einem Nebensatz steht das Prädikat immer am Ende:

„Nachdem der Speisesaal endlich geöffnet worden war“.

Hier ist das „war“ das Prädikat und steht am Schluss.

Übrigens: Gruppen von Wörtern, die nur geschlossen um das Prädikat gestellt werden können, nennt man Satzglieder.

Präpositionales Objekt oder Adverbiale Bestimmung?

  1. Es geht um den folgenden Satz:
    „Mama bedankt sich am nächsten Morgen bei Papa für die wunderbaren Blumen.“
  2. und die Frage, wie es hier mit den Satzgliedern aussieht.
    Dabei handelt es sich um Wortgruppen, die man nur zusammen um das Prädikat herumstellen kann.

    1. Mama = Subjekt
      Ich kann auch sagen:
      „Am nächsten Morgen bedankt sich Mama bei Papa für die wunderbaren Blumen.“
    2. bedankt sich = Prädikat
      wird nicht umgestellt, ist das Zentrum des Satzes und immer an 2. Stelle, d.h. nur ein Satzglied kann davor stehen.
    3. am nächsten Morgen = adverbiale Bestimmung der Zeit
      Kann vor das Prädikat gestellt werden:
      „Am nächsten Morgen bedankt sich Mama bei Papa für die wunderbaren Blumen.“
    4. Die Frage ist nun: Was ist „bei Papa“
      Man könnte meinen, dass es eine adverbiale Bestimmung des Ortes ist.
      Allerdings richtet sich die Handlung direkt auf den Papa.
      Es könnte auch heißen:
      Mama dankt Papa für die schönen Blumen.
      Deshalb ist es ein „Präpositionales Objekt“, d.h. eine Ergänzung, auf die sich die Handlung richtet, die aber zufällig mit einer Präposition eingeleitet wird.
      Dass dieses Objekt sehr eng zum Verb gehört, kann man auch daran erkennen, dass es die feste Verbindung gibt:
      „Sich bedanken bei …“
    5. Das Gleiche gilt für das Satzglied „für die schönen Blumen“.
      Auch hier gibt es eine ganz enge Verbindung zum Verb.
      Man könnte auch von einem Verb sprechen, das heißt:
      „sich bedanken … bei … für“
      Das ist das Gleiche wie bei:
      „jemandem etwas geben“: Auch hier gibt es zwei Objekte, die gefüllt werden müssen, wenn man dieses „geben“ richtig verwenden will.

Fazit:
Ein präpositionales Objekt ist ein Satzglied, das eng zu einem Verb gehört.
„sich bedanken bei … für …“ ist eigentlich immer nötig.
Wenn mal jemand sagt: „Er hat sich bedankt.“
Dann ist entweder klar, bei wem oder für was – oder aber man muss es erwähnen.

Ob man sich aber
am Dienstag
oder
im Mondenschein
oder
nur ungern
bedankt hat, das sind Umstände, die man erwähnen kann, die aber nicht zwangsläufig zum Verb gehören.

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